Veranstaltungskalender

November 2019
Mo Di Mi Do Fr Sa So
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1
Vác PDF Drucken E-Mail

Bei Vác, wo die Donau die Bergketten von Börzsöny und Cserház hinter sich lässt, und wo man am Fuße der zum Flussufer abfallenden Hügel den Strom überqueren kann, stand einst, vor neun Jahrhunderten, die "Wiege" der Stadt.

Schon vorher hatte dieses Stück Erde als fürstliche Niederlassung der Ungarn gedient, bis dann auf Geheiß unseres ersten Königs, Stephan des Heiligen, hier ein Bistum gegründet wurde. Im Schutze der Kirchenburg entstanden bald eine Reihe von Siedlungen, deren ungarische wie deutsche Einwohner ein reges Handels - und Gewerbeleben aufbauten; die gebildeten

Kleriker wiederum machten den Flecken zum einfußreichen geistigen und künstlerischen Zentrum der Region. Diese Blütezeit fand mit dem Einfall der türkischen Heerscharen ihr Ende, deren Zerstörungswut auch die schönen Bürgerhäuser, die erhabenen Kirchen und Klöster zum Opfer gefallen. Die Befreier kamen in eine von Belagerungen und Kämpfen vernichteten, von Feuersbrünsten und Plünderungen heimgesuchte, entvölkerte Stadt (1686).

Das 18. Jahrhundert war die Zeit der Wiedergeburt; Heimkehrer, Siedler und mäzenische Bischöfe errichteten auf den Trümmern eine neue, eine barocke Stadt, deren Antlitz ab 1760 vor allem durch die europäische Geisteshaltung der Bischöfe geprägt wurde. Und obgleich Vác stets im Wirkungsfeld der großen geistigen Zentren lebte - Buda, Visegrád, Esztergom und Pest -, wusste es seine Identität dennoch zu bewahren. Das gilt auch für seine souveräne Architektur, die aus dem besonderen Ensemble von kleinstädtischer Bauweise und großzügigen Werken barocker Kunst entspringt.

Der Blick von der Donau her ist daher unvergesslich - über den kleinen Häusern des Tabán und der Burgundia erheben sich die Kuppel des Doms und die Türme der Ordenskirchen. Der Március 15. tér (Platz des 15. März) - dort findet man in engster Nachbarschaft sowohl bescheidenere Bürgerhäuser als auch das Rathaus  und  das  Barmherzigen Hospital  sowie  gegenüber  zu  diesen Bauten-mittelalterlichen Ruinen mit dem alten Bischofspalast, der späteren Taubstummen-Anstalt.

Die Perle des Platzes ist die Dominikaner Kirche, deren ehemalige Krypta zwischen 1731 und 1808 von den Bürgern und Priestern als Beisetzungsstätte benutzt wurde. Später zugemauert, geriet sie so in Vergessenheit. Im Verlauf der Wiederherstellungsarbeiten der Kirche stieß man 1994 auf den Gang zur Krypta und so wurde die Räumung und Umgestaltung der Besetzungsstätte notwendig. Aufgrund der außergewöhnlichen klimatischen Umstände der Krypta wurden die Leichname  in den Särgen auf natürliche Weise mumifiziert und die Särge, Kleidung und Bestattungsbeigaben blieben in überraschender Weise erhalten. Die Fundgruppe von bedeutendem kulturgeschichtlichem Wert wurde 1994-1995 von einer Museumsfachleuten bestehenden Arbeitsgruppe freigelegt.

Ein ganz  anderes Gesicht trägt der Dom, der kirchliche Mittelpunkt der Stadt, der nach den Entwürfen Isidore Canevales in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet wurde und als einzigartiges Bauwerk der durch Paris inspirierten revolutionären Architektur in Ungarn gilt. Das Innere des Gotteshauses ist mit Fresken von F. A. Maulbertsch geschmückt.

In die Reihe der Sehenswürdigkeiten aber sind unbedingt auch die Dreifaltigkeitssäule - ein Meisterwerk der reifen Barockbildhauerei -, die Heiligenstatuen auf der Brücke über den Gombas-Bach im südlichen Teil von Vác oder 1764, anlässlich des Besuches von Maria Theresia erbaute Triumphbogen am Rande der Oberstadt (Felsőváros) aufzunehmen.

Alt und neu passen gut zueinander, ist die Innenstadt doch gleichzeitig auch Schulstadt, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der neuen Stadtteile und des Einzugsbereichs. Dank der ausgezeichneten Verkehrsverbindungen und herzlichen Gastfreundschaft  nimmt auch die touristische Rolle von Vác immer mehr zu, wobei die barocken Kunstdenkmäler zweifelsohne von besonderer Bedeutung sind.

Eine Besonderheit der Stadt  ist das Gebäude der Synagoge, welche nach den Plänen des italienischen Architekten Abbis Cacciari im romantischen Styl in 1864 gebaut und in 2005 renoviert wurde.

Das "Rote Haus" wurde 1731 fertig gestellt. Es ist im barocken Stil erbaut. Mehr als zwei Jahrhunderte lang diente es dem Bistum für landwirtschaftliche Zwecke. Der auffallend rote Anstrich ist das Ergebnis der Arbeit der Maurer aus Neapel, die das Haus gebaut und verputzt haben.

Im Bereich  der  Rochus-Kapelle befand sich bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts ein Friedhof, auf dem die Opfer der Pestepidemie von 1740 begraben wurden. Nach Ende der Epidemie wurde die Kapelle mit dem Grundumriss eines Nasenbogens mit Unterstützung von Bischof Michael Friedrich Althann und größtenteils aus öffentlichen Spenden erbaut und dem heiligen Rochus geweiht.

 
Önkormanyzati Minisztérium Támogatásával
Önkormanyzati Minisztérium Támogatásával